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25/07/2008 - Mister Euro killt den Index (n° 710)

Das Sommerfest der CSFaul ist ein schönes Familienfest für all die treuen Mitglieder, die nun zum günstigen Familientarif Beiträge in die Parteikasse zahlen dürfen. Dann können sie kurz vor der Fahrt in den Urlaub noch einmal Senf von der Luxemburger Grillwurst auf den Anzug kleckern und ein nettes Wort mit dem Partei-Aumônier wechseln.

Doch letzte Woche in Hesperingen machte ihnen der rabenschwarze Großdiktator Jean.Claude Bokassa I. einen schwarzen Strich durch die Rechnung. Gnadenlos vermieste er den treuen CSFaul-Familien ihren wohlverdienten Urlaub mit Vollpension am Hotelbuffet an der Costa del Sol.

Nach einem mutigen Schluck Fernet Branca riss Bokassa sich die soziale Maske vom Gesicht und drohte den sprachlosen CSFaul-Familien im Saal, dass es auch nach 2010 nur noch Indextranchen geben wird, wenn die Inflation unter zwei Prozent liegt. Das heißt, wenn die Geldentwertung am höchsten ist und die schon heute unter den hohen Benzin- und Heizölkosten stöhnenden Familien die Anpassung ihrer Haushaltseinkommen am dringendsten brauchen, soll es keinen Index mehr geben.

Und während der unsterbliche Nikodemus Ästchen herumlief und mit seiner kleinen Taschenkamera Fotos vom Begräbnis des Index schoss, die ebenso junge Astrid Schiffling aus Lullingen krächzend auf sich aufmerksam machte, Vorgänger Jacques Digestif und Nachfolger Luc Bieder artig in der ersten Reihe saßen und die anderen Parteisoldaten, Berufspolitiker und Postenjäger im schwülen Centre civique schwitzen, was das Zeug hielt, triumphierte Bokassa diabolisch: „Wir sind die Partei der kleinen Leute!“ Recht hat er: die CSFaul ist die Partei der kleinen Leute, weil sie mit ihren Indexmanipulationen immer kleiner werden.

Referenz der deutschen Reichsbank

Dass es bloß Index geben soll, wenn die Inflation unter zwei Prozent liegen soll – halb so viel wie derzeit – ist nicht nur ein nettes Geschenk Bokassas an Bankenvereinigung, Industriellenföderation und Handwerkerverband. Es ist auch Bokassas Beitrag zu seinem ganz persönlichen Wahlkampf, nämlich für den Präsidentenstuhl des Europäischen Ministerrats. Bokassa hat auch nach dem Referendum in Irland seinen Traum vom Karrieresprung nach Brüssel nicht aufgegeben. Er hat sich aber darauf eingestellt, dass es länger dauern und schwieriger wird. Und mit seiner Kriegserklärung an den Index fügt er, der noch bis zum Jahresende „Mister Euro“ ist, seinem Bewerbungsschreiben die Referenz bei, dass die Worte der Deutschen Reichsbank, derzeit auch „Europäische Zentralbank“ genannt, für ihn Befehl sind. Auch wenn es die CSFaul einige Sitze in der Abgestorbenenkammer kosten könnte.

Dass O-Gebell samt Tageblöd und LCGeBéckt nun entsetzt über Bokassa tun, hat der Mann allerdings nicht verdient. Schließlich gaben sie, die noch wenige Jahre zuvor den Index mit einem Generalstreik verteidigen wollten, im April 2006 ihr Einverständnis in der Tripartite dazu, dass der Index bis Ende nächsten Jahres außer Kraft gesetzt wird. Ohne diese Vorarbeit wäre Bokassa in Hesperingen gar nicht auf die Idee gekommen, vom Index zu reden.

Natürlich hat Bokassas Offensive auch etwas Gutes an sich. Denn vor jeder Wahl bemüht sich der dicke LCGeBéckt-Präsident Robert Streber um einen Platz auf der Kandidatenliste der CSFaul im Süden. Und die CSFaul lässt sich immer neue Vorwände einfallen, um Strebers Kandidatur zu verhindern. Denn sie befürchtet, dass niemand Streber wählen will, weil er unter Verstopfung leidet. Wenn die CSFaul nun mit dem Versprechen der unendlichen Indexmanipulation in den Wahlkampf zieht, braucht sie Streber erneut nicht auf ihre Liste zu nehmen.

KROP DER EN ABO, SOSS KROOPT DÉCH DEN ABBÉ

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