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26/09/2008 - Zickenstreit im Europaparlament (n° 714)

 

Während die Parlamentswahlen nächstes Jahr dank Bokassas vorläufigem Verbleib sterbenslangweilig werden dürften, scheint zumindest bei den Europawahlen noch genügend Zündstoff vorhanden zu sein.

 

Tatsächlich haben sich alle ernstzunehmenden Parteien darauf geeinigt getrennte Listen für Chamber- und Europawahlen zu basteln. Nur die Kukidentpartei ARD bleibt bei der doppelten Kandidatur, was bei deren verkalkten Wählern aber auch keinen Unterschied mehr macht.

Am heitersten geht es aber wie üblich bei der CSFaul zu, denn hier prügeln sich drei zickende Diven um die Vorrangstellung auf der Liste für die Europawahlen. Während Methusalem Jean Bautz seinem verdienten Lebensabend ohne Politik entgegen segelt, schlagen sich die drei zänkischen Europafregatten der rabenschwarzen Volkspartei gegenseitig die mit Gift und Galle gefüllten Handtaschen um die Ohren. Da wird geklatscht und getratscht, beschissen und verarscht, was das Zeug hält. Viviane Muppeschnëss versucht ihren Bonus als EU-Kommissarin über die Ziellinie zu retten und mit ihrem Krampf gegen die internationalen Handygebühren zu punkten, während Astrid Schiffling aus Lullingen das Europaparlament als Altenheim missbraucht. Erna Händikäpp-Schëppschnëss findet Beglückung darin, ihre altersschwache Parteikollegin Astrid Schiffling mit politischen Inhalten zu ärgern.

Erst vor ein paar Monaten hatte die Eiserne Erna ihre betagten Kollegen Schiffling und Bautz als xenophob beschimpfte. Seitdem herrscht Krieg zwischen den beiden zänkischen Weibern, die nächstes Jahr auf derselben Liste um Stimmen ihrer christlich sozialen Anhänger betteln müssen. Noch ist Astrid Schiffling, geschätzte hundert Jahre jung, die große Favoritin. Doch auch die Eiserne Erna ist nun im besten Weibesalter, und die Angst um ihren Job lässt die ehemalige Einbildungsministerin immer mehr zum größten demokratischen Lichtblick Luxemburgs mutieren.

 

Die Eiserne Erna rechnet ab

 

Die 67jährige spricht auf ihrer Internetseite vielen Bürgern aus den Herzen: „Mittlerweile ist dieses Parlament ein Moloch geworden, der sich in Initiativberichten, die keine Gesetzeskraft und lediglich die Gedanken von einzelnen Parlamentariern wiedergeben, erschöpft.“

Nachdem die Eiserne Erna das Europaparlament als Monster bezeichnet hat, hofft sie wohl, dieses möge ihre Parteikollegin verschlingen. Erna nimmt nämlich in Sachen Pestiziden eine ungewöhnlich vernünftige Haltung ein, während Astrid Schiffling im Europaparlament immer fleißig im Sinne der Agrarlobby stimmt, ganz so wie es sich für konservierte und  Christdemokraten gehört, die als Wasserschlepper von Großgrundbesitzern agieren. Doch die gute Erna zieht ihrer Kollegin auch hier wieder den Hosenrock runter. „Die Landwirtschaft sollte mehr Bereitschaft zur Veränderung zeigen, etwa in den Bereichen Rotation und Einsatz von biologischen Bekämpfungsmitteln.“

Der Industrie gefällt dies natürlich nicht, und schon gar nicht den netten Lobbyisten, die unserer betagten Astrid Schiffling auf die Pelle rücken. „Während sich in einigen EU-Ländern der Verbrauch in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat, haben andere erfolgreich quantitative und qualitative Mengenreduktionen erreicht“ erklärte die gestrenge Erna, die furchtlos auf Konfrontationskurs geht. Flexibilität und Veränderung fordert Erna, und sie macht auch noch klar, dass es ihr um unser aller Gesundheit geht: „Parkinson, Alzheimer und verschiedene Krebserkrankungen bei Landwirten als Folge von Kontakt mit Pestiziden sind wissenschaftlich belegt.“ Angst vor Alzheimer haben CSFaul-Politiker nicht, schließlich leiden sie, immer wenn es um Wahlkampfversprechen geht, unter schwerer Demenz.

Die Eiserne Erna prügelt ihre Parteikollegin wieder einmal durch den Ring. Das nächste Gefecht der Europafregatten ist sicher nicht fern, und es ist anzunehmen, dass die drei Walküren noch bis zu den Wahlen die Krallen wetzen und sich die Regenschirme um die Schädel prügeln.

KROP DER EN ABO, SOSS KROOPT DÉCH DEN ABBÉ

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