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03/10/2008 - Ei-Phone: Mit Schleichwerbung veräppelt (n° 715)

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Nagelneue und nicht unbedingt handliche Ei-Phones zu gepfefferten Preisen sind nun auch in Luxemburg erhältlich. Mit diesem Handy können Sie alles: Fotos schießen, im Internet surfen, Kaffee kochen, Brote schmieren, Elefanten jagen und sogar Telefonieren. Greifen sie jetzt zu! Dies ist ihre einmalige Chance. Und nur bei ihrem FOCKS-Mobilfunkanbieter.

Da sich die Luxemburgische Medienwelt samt und sonders dazu entschlossen hat, Schleichwerbung für einen privaten Mobilfunkanbieter zu machen und sich damit der grotesken und überzogenen Ei-Phone-Hysterie anzuschließen, wollen auch wir nicht undemokratisch sein und etwas Stupidem und Bedeutungslosem wie der Ankunft eines neuen Handys huldigen.

Früher standen die Bürger der DDR fleißig Schlange, um eine überteuerte Banane abstauben zu können. Heutzutage sorgt das neueste Ei der Marke mit dem Apfel für Chaos und Unruhen im Großherzogtum. Stundenlang harrten die Fans des Ei-Phones vor einem Laden des Mobilfunkanbieters FOCKS aus, um eins der begehrten Spielzeuge ihr Eigen nennen zu dürfen.

An sich wäre es keine sonderlich relevante Meldung, wenn Menschen bekloppt genug sind, sich für ein Telefon stundenlang anzustellen, doch die Doofpresse, allen voran das tabloide Wortchen, dessen greiser Chefredakteur immer den Verzicht auf materielle Dinge predigt, ließen sich von der Hysterie um den multifunktionalen Fernsprecher anstecken und sogar vor den Karren spannen, um für FOCKS und Äppel fleißig die Werbetrommel zu rühren.

 

Doofpresse als Marktschreierin

 

Es ist der bisherige Gipfel an Vermischung zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung, die für ein Privatunternehmen praktiziert wurde. Längst sind alle Notebooks in den Hollywoodschundstreifen von der Marke mit dem Apfel, und auch in TV-Sendungen ist das Logo der amerikanischen Firma immer wieder markant in Szene gesetzt. Trotzdem gilt die Marke als hipp und steht im Gegensatz zur Konkurrenz aus dem Hause Mickerigsoft für Unabhängigkeit und Coolness, obwohl auch Äppel längst ein Multimillionendollarkonzern ist, der zudem mit Exklusivverträgen Millionen scheffelt. Weil FOCKS den richtigen Riecher hatte, schaute die Konkurrenz von TANGA und JUXGSM dumm aus der Wäsche.

Wer etwas auf sich hält und bereits ein Ei-Pott, einen Ei-erkocher, ein Ei-Book und einen Ei-ersalat besitzt, muss natürlich auch ein vollkommen überteuertes Ei-Phone haben. Nicht weil dieses Handy irgendetwas mehr kann als Geräte der Konkurrenz, sondern weil ein Logo des neuen Götzen drauf ist: Der Apfel.

Nun musste der Herrgott schon Adam und Eva bestrafen, weil sie von der verbotenen Frucht genascht hatten, und somit war klar, dass es ihm nicht gefallen konnte, dass auch das Ei-Phone gierig in Empfang genommen wurde. Also lässt er nun alle Finanzmärkte zusammenkrachen. Dann wird das Finanzparadies Luxemburg untergehen und niemand braucht mehr ein Handy.

 

KROP DER EN ABO, SOSS KROOPT DÉCH DEN ABBÉ

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